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Metarhithral-Besiedler [%] (Ind.)


Bewertungsrelevant für die Typen:

9.1_K 9 9.2

Beschreibung

Der Metric beschreibt den prozentualen Anteil an Individuen, die bevorzugt im Bereich des Metarhithrals leben. Grundlage hierfür sind die autökologischen Einstufungen der Taxa bezüglich der präferierten Bereiche in der biozönotischen Längszonierung eines Fließgewässers.

Formel

n = Anzahl Taxa mit einer Einstufung zur biozönotischen Region (mit lfd. Nummer i)

Referenzen zu Entwicklung und Definition

Die Information über die Zonenpräferenz sind entnommen aus:

Referenzen zur Anwendung

Ökologische Aussage des Metrics*

Metarhithral-Besiedler sind an die Bedingungen der mittelgroßen Bäche angepasst: höhere Strömungsgeschwindigkeiten, gröbere Substrate, bessere Sauerstoffversorgung, geringere Saprobie und niedrigere Sommertemperaturen. Viele Rhitralarten benötigen ferner die engere Verzahnung des Rhithrals mit strukturreichen Uferzonen. Der Anteil an Metarhithral-Besiedlern sinkt, je weniger diese Bedingungen gegeben sind. Auch in kleinen und mittelgroßen Flüssen kommen noch nennenswerte Anteile an Metarhithralarten vor, die hier am Rande ihres möglichen Vorkommens leben und daher schon bei relativ geringen Belastungen abnehmen.

Gemäß dem „river continuum concept“ (Vannote et al. 1980) lässt sich das Metarhithral zu den Bächen rechnen, in denen im ungestörten Zustand die Produktion deutlich kleiner als die Respiration ist. Metarhithralarten ernähren sich daher in erster Linie von organischem Grob- und Feinmaterial wie Falllaub und Detritus, das von den Ufern eingetragen und anschließend zersetzt wird. Die vorherrschenden Ernährungstypen sind Zerkleinerer und Filtrierer, Weidegänger sind in geringerem Umfang vorhanden. Der Anteil an Metarhithralarten verschiebt sich unter dem Einfluss von Faktoren, die die Nahrungskette beeinflussen (z. B. Saprobie, Totholz).

Reaktion auf Belastung*

Der Metric-Wert nimmt mit zunehmender Belastung ab, insbesondere bei potamalisierenden Belastungsarten (Zunahme der Saprobie, Sedimenteintrag, Aufstau etc.). Bei Versauerung nimmt der Metric-Wert hingegen zu.

*Die Hinweise zur ökologischen Aussage des Metrics sowie zur Reaktion auf Belastung basieren zum großen Teil auf theoretischen Grundlagen; insbesondere die Reaktion auf unterschiedliche Belastungsarten sowie die Typspezifität dieser Reaktionen sind bisher kaum untersucht.


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Aktuell

Prachtlibelle auf Grashalm

© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 17.01.2018
Online: http://perlodes.de/kurzdarstellungen/core-metrics/metarhithral-besiedler/index.php