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Typ 3.1: Bäche der Jungmoräne des Alpenvorlandes


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,35
1,45
2,00
2,65
3,35

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen vergleichsweise niedrigen sapro­biellen Grundzustand aus. Bedingt durch eine aufgrund der Höhenlage geringe Wassertemperatur, eine weitgehende Beschattung des Wasserkörpers sowie die Rauhigkeit der Sohle mit einer daraus induzierten turbulenten Strömung wird in ausreichendem Maße atmosphärischer Sauerstoff in die Gewässer eingebracht. Die Autosaprobität ist vergleichsweise gering, da die Primärproduktion durch den relativ hohen Beschattungsgrad auf ein niedriges Niveau beschränkt ist.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
75,00
15,00
63,00
51,00
39,00
27,00
T
Fauna-Index Typ 3.1
1,20
-1,50
0,66
0,12
-0,42
-0,96
V/D
Anzahl EPTCBO
35,00
10,00
30,00
25,00
20,00
15,00
F
Rheoindex (HK)
0,90
0,50
0,82
0,74
0,66
0,58

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Die Bächen der Jungmoräne des Alpenvorlandes zeichnen sich im naturnahen Zustand durch grobe Sohlsubstrate (Blöcke, Geröll, Kiese) und ein dynamisches, vorherrschend turbulentes Fließverhalten aus (Rheoindex (HK)). Es herr­schen hinsichtlich Strömung, Sauerstoff und niedrigen Wassertemperaturen anspruchsvolle Arten vor, die längszönotisch vor allem dem Epirhithral zuzu­ord­nen sind. Aufgrund der großen Habitatvielfalt, insbesondere der verschie­denen Hartsubstrate, die kleinräumig mit kiesig-sandigen Bereichen durchsetzt sind, ist die Makrozoobenthoszönose dieses Bachtyps sehr artenreich (Anzahl EPTCBO). Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera stellen in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 75 % der vorkommenden Individuen (EPT [%] (HK)). Die besonderen Bedingungen hinsichtlich Abflussregime und Substrat bedingen das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 3.1).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 51 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Die Höhe des Metric-Wertes wird u. a. vom Ackeranteil im Einzugsgebiet beeinflusst.

Fauna-Index Typ 3.1: Der Index bewertet die Auswirkungen struktureller Degra­dation auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikro­habi­tate) und auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> 0,12) indi­zieren ein strukturell intaktes Gewässer, bedingt durch das Vorkommen solcher Taxa, die bevorzugt Gewässer mit naturnaher Morphologie besiedeln (z. B. strömungsliebende Hartsubstratbesiedler wie die Käfer Esolus angustatus, E. parallelepipedus oder die Köcherfliege Philopotamus ludificatus). Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind (z. B. Caenis sp. oder Mystacides sp.). Ein Faktor, der die Höhe des Metric-Wertes beeinflusst, ist der Siedlungsanteil im Einzugsgebiet.

Anzahl EPTCBO: Die Gruppe der EPTCBO-Taxa (Ephemeroptera, Plecoptera, Trichoptera, Coleoptera, Bivalvia, Odonata) stellt in naturnahen Bächen der Jungmoräne des Alpenvorlandes einen großen Teil der vorkommenden Taxa (> 25 Taxa), darunter zahlreiche spezialisierte Arten, die kennzeichnend für die sauerstoffreichen, schnellfließenden Abschnitte oder die kiesig-sandigen Ablage­rungen sind. Niedrige Werte des Metrics (z. B. durch Massenentwicklung weniger Arten) lassen u. a. auf Strukturarmut, unzureichende Sauerstoffversorgung oder eine durch Gewässerausbau vereinheitlichte Strömung schließen. Ein Parameter, der das Vorkommen von EPTCBO-Taxa beeinflusst, ist der Ackeranteil im Einzugsgebiet.

Rheoindex (HK): Der Index gibt das Verhältnis der rheophilen und rheobionten Taxa eines Fließgewässers (z. B. Esolus angustatus, E. parallelepipedus oder Cordulegaster boltonii) zu den Stillwasserarten und Ubiquisten an und zeigt Störungen auf, die sich durch die Veränderung des Strömungsmusters (z. B. durch Ausbau und/oder Aufstau) in der Biozönose der Voralpenbäche einstellen. Ein weiterer Faktor, der die Höhe des Metric-Wertes bestimmt, ist der Siedlungsanteil im Einzugsgebiet.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 22.10.2018
Online: http://perlodes.de/kurzdarstellungen/bewertung/typ3_1/index.php