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Typ 21: Seeausflussgeprägte Fließgewässer


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1a: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex (Subtyp 21_Nord)

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,95
2,05
2,45
2,95
3,50

Tabelle 1b: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex (Subtyp 21_Süd)

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,60
1,70
2,20
2,80
3,40

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen vergleichsweise hohen saprobiellen Grundzustand aus. Die Autosaprobität wird mitbestimmt durch die organische Situation des jeweils vorgeschalteten Stillgewässers und befindet sich daher insgesamt auf einem höheren Niveau. Einfluss auf den saprobiellen Grundzustand hat zudem das Fließverhalten im Bereich des Seeausflusses.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
55,00
7,00
51,00
42,00
33,00
24,00
T
LTI_quantitativ
2,00
4,00
2,40
2,80
3,20
3,60
F
Phytal-Besiedler [%]
15,00
40,00
20,00
25,00
30,00
35,00

*Die hier beschriebene Zusammensetzung des Moduls „Allgemeine Degradation“ (Core Metrics, Ankerpunkte) ist noch als vorläufig anzusehen. Eine Überarbeitung des Multimetrischen Indexes in 2006 ist geplant.

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Die Seeausflussgeprägten Fließgewässer als Bäche und kleine Flüsse sind in naturnahem Zustand vergleichsweise breit mit trägem (lenitische Seeausflüsse) oder schnellerem Fließverhalten (lotische Seeausflüsse). Die Sohlsubstrate werden von den geologischen Bedingungen vor Ort bestimmt, sind aber in der Regel detritus- und feinsedimentreich. In den langsamer fließenden Bereichen wachsen Schwimmblattpflanzen, die das Vorkommen eines gewissen Anteils an Phytal-Besiedlern bedingen (Phytal-Besiedler [%]). Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera stellen in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 55 % der vorkommenden Individuen (EPT [%] (HK)). Die besonderen Bedingungen hinsichtlich Abflussregime und Substrat bedingen das Vorkommen speziell angepasster Arten ( LTI_quantitativ).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine typspezifische Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (< 42 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Faktoren die die Höhe des Metric-Wertes beeinflussen sind insbesondere die Tiefenvarianz sowie die Nutzungsintensität im Einzugsgebiet.

LTI_quantitativ: Ein niedriger Wert des LTIquan (< 2,8) steht für einen hohen Anteil Seeausfluss-assoziierter Taxa wie beispielsweise die Köcherfliege Neureclipsis bimaculata oder die Grundwanze Aphelocheirus aestivalis, ein hoher Wert für einen hohen Anteil an Generalisten.

Phytal-Besiedler: In naturnahen Gewässern des Typs 21 ist ein gewisser Anteil an Phytal-Besiedlern (≤ 15 %) vertreten. Ist der Anteil erhöht (≥ 25 %), ist das natürliche Fließverhalten des Gewässers gestört. Mögliche Ursachen sind Stauhaltung und eine vollständig fehlende Beschattung mit dem dadurch bedingten Aufwuchs von ausgedehnten, ausschließlich stillwassertypischen Makrophytenbeständen. Die Höhe des Metric-Wertes wird u. a. durch den Siedlungsanteil im Einzugsgebiet bestimmt.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 17.01.2018
Online: http://perlodes.de/kurzdarstellungen/bewertung/typ21/index.php