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Typ 15: Sand- und lehmgeprägte Tieflandflüsse


Relevante Bewertungsmodule:

„Saprobie“, „Allgemeine Degradation“


Modul „Saprobie“:

Tabelle 1: Grundzustand und Klassengrenzen des Saprobienindex

Grundzustand
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Metric-Name
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
T
Saprobienindex
1,75
1,85
2,30
2,90
3,45

Textliche Erläuterung:

Der Gewässertyp zeichnet sich durch einen relativ hohen saprobiellen Grund­zu­stand aus, der auf die erhöhte Autosaprobität zurückzuführen ist. Der natürliche Eintrag organisch abbaubaren Materials endogener wie auch exogener Herkunft ist in der Menge vergleichbar mit dem der Gewässertypen 9 und 9.1. Aufgrund des deutlich geringeren Gefälles, einer geringen Rauhigkeit der Sohle und höherer Mitteltemperaturen wird jedoch deutlich weniger Sauerstoff ins Gewässer eingetragen.


Modul „Allgemeine Degradation“:

Tabelle 2: Ankerpunkte und Metric-Werte der Core Metrics

Ankerpunkte
Metric-Werte der Klassengrenzen
Metric-Typ
Core Metric-Name
oben
unten
KG 1/2
KG 2/3
KG 3/4
KG 4/5
Z/A
EPT [%] (HK)
60,00
15,00
51,00
42,00
33,00
24,00
T
Fauna-Index Typ 15/17
1,20
-0,40
0,88
0,56
0,24
-0,08
V/D
Anzahl Trichoptera-Arten
12,00
0,00
9,60
7,20
4,80
2,40
F
Litoral-Besiedler [%]
4,00
25,00
8,20
12,40
16,60
20,80

Erläuterung der Metric-Auswahl:

Die Sand- und lehmgeprägten Tieflandflüsse zeichnen sich im naturnahen Zustand durch ein gewundenes bis mäandrierendes Fließverhalten mit vorherrschend ruhig fließender Strömung aus. Dominierende Sohlsubstrate sind Sand und Lehm sowie größere Kiesanteile, durchsetzt mit natürlichen Sekundär­substraten wie Totholz, Erlenwurzeln, Wasserpflanzen und Falllaub. Besiedler unverfestigter Feinsedimente wie Schlick und Schlamm sind nur untergeordnet vertreten (Pelal-Besiedler [%]). Durch den Wechsel von ruhig sowie kurzen turbulent fließenden Abschnitten im Bereich der Sekundärsubstrate sind vorwiegend Arten unterschiedlich schnell strömender Bereiche vertreten; Arten der Stillwasserzonen sind unterrepräsentiert (Litoral-Besiedler [%]). Die große Habitatvielfalt der organischen Substrate führt zu einer artenreichen Makrozoobenthoszönose, wobei Ephemeroptera, Plecoptera und Trichoptera in naturnahen Gewässern dieses Typs bis zu 60 % der vorkommenden Individuen stellen (EPT [%] (HK)). Die strukturelle Vielfalt der sekundären Habitat­struk­turen bedingt das Vorkommen speziell angepasster, anspruchsvoller Arten (Fauna-Index Typ 15/17), darunter verschiedene Köcherfliegenarten (Anzahl Trichoptera-Arten).

EPT [%] (HK): Ein hoher Anteil EPT-Taxa an den Gesamtindividuen indiziert u. a. eine hohe Strukturvielfalt und eine natürliche Habitatzusammensetzung. Niedrige Werte des Metrics (<= 42 %) deuten auf ein Artendefizit sowie verschobene Arten- und Abundanzverhältnisse innerhalb dieser charakteristischen Gruppe hin. Faktoren, die die Höhe des Metric-Wertes beeinflussen sind Aufstau sowie der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Fauna-Index Typ 15/17: Der Index ist hoch mit positiven Strukturelementen korreliert und bewertet somit vor allem die Auswirkungen struktureller Degrada­tion auf Habitatebene (z. B. Vorkommen oder Fehlen bestimmter Mikrohabitate), reagiert aber auch auf Beeinträchtigungen auf Einzugsgebietebene (z. B. verstärkte Sedimentation aus intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen). Höhere Werte des Metrics (> 0,56) indizieren ein strukturell intaktes Gewässer und sind durch das Vorkommen solcher Taxa bedingt, die bevorzugt in Gewässern mit naturnaher Morphologie vorkommen (z. B. xylophage Arten wie Macronychus quadrituberculatus, Lasiocephala basalis oder Arten der Köcher­fliegengattung Lype sp.). Strukturelle Verarmung zeigt sich durch das Vorkommen von Taxa, die in Gewässern mit degradierter Morphologie verbreitet sind, darunter Eintagsfliegen der Gattungen Caenis sp. und Cloeon sp. Faktoren, die die Höhe des Metric-Wertes bestimmen, sind insbesondere das Vorhanden­sein besonderer Uferstrukturen, ein Aufstau des Gewässers sowie der Waldanteil im Einzugsgebiet.

Anzahl Trichoptera-Arten: Köcherfliegen sind in naturnahen Sand- und lehmgeprägten Tieflandflüssen mit zahlreichen, vielfach spezialisierten Arten vertreten (> 7 Taxa), die bevorzugt Sekundärsubstrate wie Totholz und Falllaub sowie Kiesbänke besiedeln und das Vorkommen einer diversen Makrozooben­thoszönose indizieren. Typspezifische Arten sind u. a. Lasiocephala basalis, Arten der Gattung Sericostoma sp., die sich vorwiegend als Zerkleinerer ernähren sowie die strömungsliebenden Arten Brachycentrus subnubilus und Odontocerum albicorne. Niedrige Werte des Metrics lassen u. a. auf Strukturarmut schließen (z. B. durch das Fehlen der organischen Sekundärsubstrate). Ein weiterer Faktor, der das Vorkommen von Trichoptera-Arten beeinflusst, ist der Aufstau der Gewässer.

Litoral-Besiedler [%]: Der Anteil an Litoral-Besiedlern, Arten, die bevorzugt in den Uferzonen von Stillgewässern oder Stillwasserbereichen großer Flüsse siedeln, ist in naturnahen Gewässern des Typs 15 vergleichsweise gering (<= 4 %). Ist der Anteil an Litoral-Besiedlern (z. B. Caenis horaria, Molanna angustata) erhöht (>= 12,4 %), ist das natürliche Fließverhalten des Gewässers gestört. Mögliche Ursachen sind vor allem Stauhaltung und fehlende Beschattung mit dem dadurch bedingten Aufwuchs von größeren, stillwassertypischen Makrophytenbeständen. Weiterhin bestimmt wird die Höhe des Metric-Wertes auch durch den Waldanteil im Einzugsgebiet.


Modul „Versauerung“:

Für diesen Gewässertyp nicht relevant.

Textliche Erläuterung:

entfällt


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© 2018Universität Duisburg Essen | Datum: 22.10.2018
Online: http://perlodes.de/kurzdarstellungen/bewertung/typ15/index.php